Leon Lorka

Entdecke das Geheimnis seiner Vergangenheit und vieles mehr ...

Kapitel 7b

 „Gib mir meinen Ring zurück!“, wiederholte Leon klar und deutlich. „Früher oder später bekomme ich ihn sowieso“, murmelte Haito und löste den Ring von seinem Finger. Verächtlich hielt er ihn Leon mit der verletzten Hand hin. Das Blut sprudelte über den Ring. „Nimm schon!“, grinste Haito. „Er gehört dir. Aber das Blut daran ist meins“, schrie er plötzlich verärgert. „Vergiss das nie!“.

Die Wut stand ihm ins Gesicht geschrieben. Wie aus heiterem Himmel zog der Zorn in ihm auf wie ein Orkan. „Ich brauche diesen Ring nicht“, brüllte er. „Ich bin auch so König genug“, donnerte er und warf ihn achtlos auf den Boden so als wäre er nichts wert.

Ohne auf Leons Waffe zu achten, drehte er sich zu seinen Männern um. Als wäre er unverletzbar, löste er sich aus dem Bann der Armbrust und gab seinen Leuten ein Zeichen. Hastig holten sie ihre Ruder ein.

Ein letztes Mal drehte sich Haito um. „Geh, bevor ich mich vergesse“, sagte er jetzt wieder in gewohnt ruhigem Ton und ließ Leon mit der Waffe im Anschlag einfach so stehen.

Leon griff nach dem Ring und sprang mit einem Satz auf sein Knochenboot. Eine Drehung des Segels genügte und der Abstand zu Haitos Boot vergrößerte sich.

Leon sah seinem Vater nach als er zu Argos Berg zurückfuhr. Haito drehte sich kein einziges Mal um. Wie festgewurzelt fuhr er mit erhobenem Haupt und wehendem Haar dem Nebelvorhang entgegen, der sich wie eine große Pforte öffnete und ihn mit seinem Boot verschluckte. Die zwölf anderen Boot folgten ihm und innerhalb von Minuten waren sie von der Bildfläche verschwunden.

Leon wurde bereits von Argo erwartet als er mühsam die Marmorwand hinaufgeklettert kam. Stolz blinzelte er ihn an und sagte ohne Worte alles das, was man mit Worten nie hätte sagen können.

Spät am Abend nahm Argo seinen Enkel fest in den Arm. „Du bist schon ein ganz Großer“, sagte er, „obwohl du noch so jung bist.“

Leon genoss die Zuwendung und fühlte sich wohl und geborgen. Er brauchte jemanden, dem er grenzenlos vertrauen konnte, denn die neue Welt, die sich vor ihm auftat, war böse und falsch.

Die Nacht brach herein und Leon schlief in dem Arm seines Großvaters wie ein Kind. Argo blickte ihn voller Güte an und wusste, dass er ihm nichts weiter als seine ganze Liebe geben konnte. Aber das war nicht genug. Um zu überleben brauchte Leon mehr als Liebe, das wusste Argo auch und starrte, wie es seine Art war, auf den weiten Horizont, um dort die Antworten auf die vielen ungelösten Fragen zu finden.

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