Leon Lorka

Entdecke das Geheimnis seiner Vergangenheit und vieles mehr ...

Kapitel 11

Seit dem Zusammentreffen mit seinem Vater, hatte sich Leon verändert. Er war schweigsamer geworden und seine Gedanken schwebten immer öfter in Richtung Norden, hinter den schwarzen Nebelvorhang. Argo bemerkte das, äußerte sich aber mit keinem Wort dazu.

Er kannte die Stimme des Herzens und wusste besser als Leon, was mit seinem Enkel los war. Aber er musste selbst bestimmen, was er zu tun hatte. Schließlich war es sein Leben und niemand konnte ihm die Entscheidung dafür abnehmen.

Leon suchte Ablenkung bei Nadu und Bölie, aber wer ihn in dieser Zeit wirklich verstand war Dana. Sie war so zärtlich zu ihm wie sonst nie und ließ ihn nicht mehr aus den Augen. Immer wieder berührte sie ihn mit ihrer weichen Schnauze als ob sie ihm einen Rat geben wollte. Aber es war ein stummer Rat, der ihm nicht weiterhalf.

Er hatte auch keinen Spaß mehr an seinen Waffen und seine Kampflust hatte sich gelegt. Er spürte deutlich, dass er mit Waffen nicht dorthin gelangen würde, wo er gerne wäre. Er merkte, dass er nicht mit Gewalt diese seltsame Stimmung niederringen konnte, die sich in ihn eingeschlichen hatte wie eine Krankheit.

Er war traurig und dieses Gefühl kannte er nicht.

Er hatte seinen Vater besiegt und sich gegen Kato durchgesetzt, aber das alles machte ihn nicht zufrieden. Ganz im Gegenteil, er brauchte etwas anderes als einen Sieg. Da war ein Loch in seinem jungen Leben, das er unbedingt stopfen musste, bevor er selbst hineinfiel.

Es war ein Gefühl wie Hunger, aber nicht sein Körper hungerte, sondern seine Seele. Und die Seele war schließlich das Kostbarste, was man besitzen konnte. „Du musst gut auf sie aufpassen“, hatte Rosa immer zu Leon gesagt und ihm dann eine extra Portion Korallenknollenpulver gegeben.

„Was ist nur los mit mir?“, fragte er an einem der Abende Argo. Sein Großvater blickte ihn liebevoll an, schaute lange auf den Horizont und sagte dann: „Du hast Heimweh.“

„Was ist Heimweh?“, fragte Leon zurück. „Heimweh ist, wenn du woanders sein möchtest als du gerade bist. Die Seele kennt ihr zuhause besser als du und macht dich mit Heimweh darauf aufmerksam.“

„Aber dies ist mein Zuhause und sonst nirgendwo.“ „Ja, das mag schon sein“, antwortete Argo ruhig. „Hier ist dein zuhause, aber deine Heimat ist woanders. Finde es heraus, du kannst ja jederzeit zurückkommen.“

Leon fühlte den nahenden Abschied und wurde noch trauriger. Er hatte Heimweh, obwohl er seine Heimat noch nie gesehen hatte.

In dieser Nacht träumte er von Gala. Sie erschien ihm in einem langen weißen Kleid und nahm ihn an die Hand. Sie ging mit ihm über das Wasser und zog ihn sacht in den Nebelvorhang. Als sich der Nebel lichtete und sie gerade auf der anderen Seite herauskommen wollten, wachte Leon auf. Jetzt wusste er, was er zu tun hatte. Er musste nur noch einen Weg finden.

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