Leon Lorka

Entdecke das Geheimnis seiner Vergangenheit und vieles mehr ...

Kapitel 13b

Es war offensichtlich. Pinto war ein Händler, der Sachen verkaufte und andere ankaufte, denn wer brauchte schon soviel Zeug. Aber wo war er? Leon stand mitten im Raum und rührte sich nicht. Aber er spürte ihn. Irgendwo versteckte er sich.

Lorka hob seine Lefzen. Ein tiefes Grollen drang wie ein weit entferntes Gewitter aus ihm heraus. Aber er rührte sich nicht von Leons Seite. Er spürte die Gefahr. „Ruhig Lorka“, besänftigte ihn Leon, aber auch er fühlte die Anwesenheit von jemandem, der sich irgendwo im Dunkel des Hauses verbarg und ihn beobachtete. „Er wird kommen“, dachte Leon. „Er hat mich gesehen und er wird kommen. Ich muss nur warten. Ich spüre seine Neugierde. Er kommt.“ 

Und so blieb er ruhig in der Mitte des Raumes stehen und wartete. Es dauerte Minuten und nichts geschah. Nur das leise Grollen von Lorka, das kein Ende nehmen wollte, durchdrang die Stille. Von draußen hörte man Stimmen, die lallend und lachend mal näher kamen und sich wieder entfernten. Leon wartete.

„Halt den Hund fest oder er ist tot“, drang eine rauchige Stimme aus der mittleren Tür. „Pinto“, schoss es Leon durch den Kopf. „Er ist da.“

Verborgen im Schatten des dahinter liegenden Raumes, wurde Pinto selbst zum Schatten. Ein schwarzer Mann in einer schwarzen Kammer ist unsichtbar. Das war geschickt. Er konnte ihn sehen, aber Leon sah nur ein schwarzes Loch.

Mit einer Hand griff er in Lorkas dichtes Nackenfell. „Er greift nur an, wenn ich es ihm sage“, antwortete Leon selbstsicher und ließ seinen Blick nicht von der Tür, aus der die rauchige Stimme kam. Wie mit Pfeilen versuchte er die Dunkelheit mit seinen Augen zu durchbohren, konnte aber nichts erkennen. „Wer bist du? Zeig dein Gesicht!“, hauchte die Stimme aus dem Dunkel.

Leon ließ die Decke auf die Schultern fallen und gab sich zu erkennen. „Ich kenne dich nicht!“, kam es nach einer Weile. „Ich heiße Leon. Leon Lorka“, und in diesem Moment fühlte er wie stolz er auf seinen Namen war. Er gab ihm Kraft und Stärke. Ihn auszusprechen war etwas ganz Besonderes. „Ich bin hier, um meine Waffen zu zurückzuholen.“ 

Die Stimme im Hintergrund lachte heiser und tief. „Was für Waffen?“ „Meine Waffen. Eine Armbrust, ein Messer und ein Flugholz. Sie gehören mir.“ Kannst du denn auch bezahlen, Jüngelchen?“, raunte die Stimme und es schien Pinto zu erheitern, dass Leon so aufrichtig und geradeaus war.

„Soll ich meine eigenen Sachen bezahlen?“, dachte Leon, und es war ihm nicht ganz wohl bei dem Gedanken. Aber er wusste, dass er jetzt geschickt sein musste. Aufrichtigkeit war hier der falsche Weg.  „Ich gebe dir das Doppelte, was die beiden Alten bekommen haben.“ Mit seiner Linken griff er in den Gürtel und zog zwei Goldstücke heraus. Er machte einen Schritte nach vorne und legte die glänzenden Metallscheiben auf den Tresen.

Dann stellte er sich wieder neben Lorka und hielt ihn fest. Die Goldmünzen glänzten verführerisch in dem schwachen Lichtschein. Leon spürte Pintos Gier in jeder Faser seines Körpers. Jetzt hatte er ihn. Das war, was er wollte. Gold.

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