Leon Lorka

Entdecke das Geheimnis seiner Vergangenheit und vieles mehr ...

Kapitel 21

Allmählich kehrte bei den Humanos der Alltag wieder ein. Sie hatten nächtelang gefeiert, bis es auf der ganzen Insel keine Jauche mehr gab und auch die letzte Zigarre niedergebrannt war. Sie fühlten sich mehr denn je miteinander verbunden. Die Entführung der zehn Leute hatte sie zusammengeschweißt und diese Nähe machte sie stark. Sie fühlten sich endlich wie eine Gemeinschaft, die sich nicht mehr gegeneinander bekämpfen musste, sondern miteinander das Leben meistern wollte.

Virgo hatte ihnen von ihrer Rettung durch Haito erzählt. Aber er hatte ihnen auch von ihrer Gefangenschaft durch ihn berichtet. Die einen nannten Haito einen Henker, die anderen einen Befreier. Aber was war Haito wirklich? Er hatte eigentlich nur die Suppe ausgelöffelt, die er sich selbst eingebrockt hatte. Und ohne Leon wären sie alle verloren gewesen. Das stand fest und so sahen es auch die Humanos. Der wahre Held war Leon.

Bramante prahlte zwar, dass er es von Anfang an gewusst hätte und auch Pinto maß sich an, hellseherische Fähigkeiten gehabt zu haben, als er Leon bat, sich für die geraubten Menschen einzusetzen, aber die meisten glaubten Samanta, die immer wieder betonte, dass Leon ein König sei, der sie alle eines Tages retten würde.

Ja, Leon war in ihren Augen ein König, auch wenn er nicht den Titel hatte. Denn den trug immer noch Haito, der sich in den letzten Tagen kein Mal hatte sehen lassen. Sein Schloss blieb dunkel. Nichts rührte sich auf seiner Insel. Nur auf der Plattform der Broncos schien reges Leben zu herrschen. In den letzten Tagen hatte man des öfteren Krypta beobachtet, wie er zu ihrer Insel gerudert wurde, um dort irgendetwas zu erledigen. Auch fiel der Kontakt zwischen Pulmann und Krypta auf. Irgendetwas bahnte sich an, aber keiner wusste etwas Genaueres.

Virgo berichtete aber auch von Steiner und von seiner Drohung, wiederzukommen. Eine dunkle Wolke der Angst legte sich über ihre Gemüter, aber sie hofften insgeheim, dass Steiner nur Rache an Haito üben wollte und sie alle verschont ließe. Aber es blieb eine Hoffnung, denn keiner kannte Steiner genauer und keiner wusste um seine bösen Gedanken.

 

Als Leon gerade aus dem Nebelvorhang auftauchte, kreuzte Krypta mit einem Ruderboot seinen Weg. Er war unterwegs zu den Broncos und betrachtete neugierig Leons Knochenboot. Er musterte die Kiste, die auf dem Boden stand und schien genau zu wissen, was sich darin verbarg.

„Sag deinen Eltern, dass ich nachher vorbeikomme“, rief er von seinem Boot aus zu Leon herüber. „Ich muss noch etwas abholen.“ Leon nickte, aber antwortete nicht. Was sollte er auch sagen, Krypta war ihm nicht sonderlich sympathisch. Er verbreitete schlechte Luft, die er nicht atmen wollte und die für nichts gut war, außer Unfrieden zu stiften.

Leon freute sich auf Lorka. Er hatte ihn zu Gala in Pflege gegeben, denn er musste sich von der schweren Verletzung immer noch erholen. Gerne hätte er ihn zu Argo mitgenommen, um ihn seinen Freunden vorzustellen, aber dafür war er noch zu schwach.

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