Leon Lorka

Entdecke das Geheimnis seiner Vergangenheit und vieles mehr ...

Kapitel 22a

Der Abend brach an und die Sonne ging heute besonders eindrucksvoll unter. Wie ein roter Feuerball, der Gutes und Schlechtes vorhersagen konnte, verglühte sie im schwarzen Nordmeer und erinnerte nur noch als orangefarbener Lichtschein an ihre Kraft, zu der sie in der Nacht nicht mehr imstande war. Sie überließ dem Mond die Obhut über die Welt und wartete auf ihre zweite Chance am nächsten Morgen.

Gala hatte das Festmahl liebevoll vorbereitet und eine lange Tafel stand bereit, um die Gäste zu bewirten. Der Mond hatte sich zwischen die Sterne gekuschelt und schien durch die geöffneten Fenster in Haitos große Eingangshalle. Sein Thron stand wie verwaist am Ende des dunklen Raumes und die Goldkiste davor wartete darauf, von ihm geöffnet zu werden. Aber Haito war nicht da.

Die ersten Gäste trafen ein und traten verunsichert in die Halle. Viele von ihnen waren noch nie hier gewesen und ein gewisses Unbehagen konnten sie nicht verbergen. Als würden sie in die Höhle des Löwen gelockt, standen sie verunsichert herum.

Gala begrüßte sie herzlich und bat sie Platz zu nehmen. Die Frauen setzten sich artig neben die Kinder und warteten. Endlich traf auch Virgo ein. Inchi Sari hatte sich besonders hübsch gemacht und trug ganz im Sinne von Virgo ein eng anliegendes Kleid aus rotem Schlangenleder, was er ihr zu ihrer neuen Zukunft hatte anfertigen lassen. Sie sah umwerfend gut aus und Gala hatte sie noch nie so strahlend gesehen.

Leon betrat als letzter die Halle. Wie ein König durchschritt er den großen Raum und begrüßte jeden mit einem freundlichen Kopfnicken. Lorka klebte an seiner Seite. Leon hatte ihn von seinem Verband befreit und nur noch ein tiefrotes Wundmal erinnerte an seine schwere Verletzung. Gemeinsam setzten sie sich auf ihren Platz. Die Stühle von Raimund und Floris blieben leer.

Gala erhob sich und lächelte in die Runde: „Ich freue mich, dass ihr alle da seid“, sagte sie und jeder fühlte, dass sie es auch so meinte, wie sie es sagte. „Vielleicht können wir unser Schicksal noch einmal wenden. Wenn wir es gemeinsam wollen. Wenn ihr es wollt. Ich möchte mich bei euch in meinem Namen und in dem Namen meines Sohnes entschuldigen für das Leid, das euch zugefügt wurde“, sprach sie aufrecht stehend und schaute dabei Leon an.

Er nickte und streichelte Lorka, der neben ihm saß. „Aber wenn ihr nicht verzeihen wollt, dann ist es euer gutes Recht und niemand wird es euch verdenken. Findet heraus, jeder für sich, wie es mit unserer Stadt Sanaka weitergehen soll. Ich füge mich eurer Entscheidung. Gott soll euch schützen und helfen, das Richtige zu tun.“

Gala setzte sich und alle Blicke lagen auf ihr. Selbst Virgo war von der Kraft ihrer Rede angetan und Inchi Sari lief eine Träne über die Wange. Eine Königin hatte gesprochen so wie man es von einer Königin erwartete. Aber nun war es an Leon.

„Sag auch du was zu uns“, rief eine Frau am Ende des Tisches und schaute Leon an. „Ja, sag auch du was“, forderte Samanta, die Hand in Hand mit ihrem Sohn Rio vor Leon saß und ihn anhimmelte.

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