Leon Lorka

Entdecke das Geheimnis seiner Vergangenheit und vieles mehr ...

Kapitel 23a

Leon warf einen letzten Blick auf das Schiff, dann drehte er sich um und ging zurück. Er musste Haito und die Humanos vor der Gefahr warnen. Als er am Eingang zu Kryptas Bunker  vorbeikam, zog es ihn hinein. Er spürte den Schlüsselbund in seiner Tasche, nahm eine der Fackeln und schlängelte sich die Gänge hinauf zu der Tür, hinter der „die weiße Frau“ verborgen war, wie Kaja Senta genannt hatte.

Er fand den Schlüssel heraus, aber er traute sich nicht, ihn ins Schloss zu stecken. „Das muss Argo selbst machen“, dachte er. „Sie ist seine Frau“. Schon morgen wollte er zu Argo fahren. Für Senta wäre er bestimmt bereit, die Grenze zu überschreiten.

So verließ er unverrichteter Dinge die Plattform und ruderte zu Haitos Palast zurück.

Haito und Gala waren wieder da. Die Tantalos lag schwarz schimmernd im Mondlicht. Nicht weit entfernt brannten Feuer auf der Insel der Broncos und wilde Geräusche übertönten das milde Plätschern der Wellen.

Irgendetwas war dort drüben los, so laut hatte er die Broncos noch nie erlebt. Pullmanns Boot lag immer noch angetaut da. Was wollte er nur bei den wilden Kerlen? Es gab für niemanden einen Grund, sich dort drüben länger als nötig aufzuhalten. Was also wollte dieser feine Herr bei den Broncos? „Vielleicht ist er gar nicht freiwillig da“, dachte Leon. Nach seinem Erlebnis mit Pamshu traute er den Riesen alles zu.

Aber jetzt ging es erst einmal um andere Dinge.

Lorka lief voran und Leon folgte ihm die vielen Treppenstufen nach oben. Appeldorn öffnete. „Wo ist Zwolle?“, fragte er und es war das erste Mal, dass Leon ihn sprechen hörte. Seine Stimme war erstaunlich leise und einfühlsam. In seinen Augen lag Sorge um seinen Freund. „Zwolle ist tot“, sagte Leon und legte Appeldorn eine Hand auf seine massige Schulter. Appeldorn brach innerlich zusammen, er schmolz dahin wie ein Schneeberg in der Sonne. Nichts an ihm war mehr hart und kräftig, er war nur noch ein riesengroßer Kerl angefüllt mit Tränen und Trauer um seinen Freund.

„Er liegt auf Kryptas Plattform“, sagte Leon. Appeldorn blickte ihn fragend an. „Du kannst mein Boot haben“, nickte Leon und sah ihm nach, wie er vom Steg ablegte und davon ruderte.

Appeldorn kam nie zurück. Er blieb bei seinem Freund Zwolle. Irgendwo auf dem Grund des Meeres lagen sie in Freundschaft vereint nebeneinander. Der Tod hatte sie getrennt und der Tod hatte sie wieder zusammengebracht. Ein seltsames Spiel, auf das sich Liebe und Freundschaft von Zeit zu Zeit einlassen müssen.

Leon hätte seinen Eltern gerne alles erzählt, was er erlebt hat, aber die Zeit drängte. „Steiner ist zurück“, brachte er nur kurz heraus und schaute in die sprachlosen Gesichter von Gala und Haito.

„Und bei den Broncos ist was nicht in Ordnung“, fügte er noch hinzu, aber das hörte Haito schon gar nicht mehr, als er an ihm wie ein Schatten vorbeischoss. Vom höchsten Punkt seines Schlosses aus erkannte er das drohende Unheil. Steiners Flotte hatte sich ringförmig um Sanaka gelegt und wartete. Es war ein Unheil bringendes Warten und Haito spürte die drohende Gefahr, die von den noch schlummernden Schiffen ausging.

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