Leon Lorka

Entdecke das Geheimnis seiner Vergangenheit und vieles mehr ...

Kapitel 24

Auch in Sanaka vergingen die Stunden wie im Flug. Steiner hatte ihnen zwei Tage Bedenkzeit eingeräumt und er würde die Frist mit Sicherheit nicht verlängern. 48 Stunden blieben den Humanos noch, um sich zwischen einem ungewissen Leben irgendwo im Norden und einem Tod in der Heimat entscheiden zu müssen. Auch wenn es sicher war, dass Steiner die Stadt auslöschen wollte, so konnte sich niemand die Größe dieser Gräueltat so richtig vorstellen.

Immer wieder keimte bei ihnen die Hoffnung auf, letztendlich doch noch verschont zu werden. So standen sich Hoffnung und Angst wie zwei verfeindete Brüder gegenüber und keiner wusste, wie er sich entscheiden sollte. Es war eine Situation, in der man zwischen zwei Ausweglosigkeiten wählen konnte. Damit war ein Mensch einfach überfordert.

Viele versuchten, Gott wieder anzusprechen, den sie die ganze Zeit außer Acht gelassen hatten. Jetzt sollte er ihnen einen Rat geben, aber Gott hielt sich zurück und sagte gar nichts. Oder sie verstanden ihn nicht mehr, weil sie seine Sprache vergessen hatten.

Es gab einfach keine Lösung, die richtig gewesen wäre und der man Glauben schenken konnte.

Aber keiner wusste von Leon und keiner ahnte, dass er etwas Unglaubliches vorhatte. Wie sollten sie auch, denn das lag nun wirklich außerhalb jeglicher Vorstellungskraft.

Frauen und Männer und Kinder diskutierten miteinander und kaum hatte jemand einen Weg für sich und seine Familie gefunden, so verwarf er ihn wieder und dachte an den anderen. Es war ein Teufelskreis, in dem sich jeder der Humanos befand.

Nur Haito und Gala waren sich sicher, den Weg in den Norden nicht anzutreten, genauso wie sich Virgo und Pinto sicher waren, auf jeden Fall die Insel zu verlassen. Sie packten ihre sämtlichen Sachen zusammen, rafften ihr Hab und Gut auf einen Haufen und versuchten noch die letzten Dinge zu verkaufen. Aber keiner wollte sie. Wozu auch, denn sie mussten sie ja wohl oder übel sowieso zurücklassen.

Inchi Sari war voller Zweifel, ob Virgo das Richtige tat, aber sie hatte sich einmal für ihn entschieden und ging davon auch nicht mehr ab.

So gingen die Stunden ins Land und bis auf die Kinder, fand keiner zu seinem wohlverdienten Schlaf. Es war eine Zeit, die ihnen mehr abverlangte als alles andere, was sie jemals in ihrem Leben erlebt hatten.

Der nächste Tag erwachte mit einer Sonne, die ihnen weiß und grell ins Gesicht schien. Sie hatte ihre gelbe Farbe verloren und machte sich auf, hinter bleichen Schleierwolken nach ihr zu suchen. Alles deutete auf ein nahes Ende hin, das keiner wahrhaben wollte.

Wie gelähmt verbrachten die Humanos in kleinen und großen Gruppen den Tag. Es wurde nicht mehr viel gesprochen, weil alles gesagt worden war. Jeder wartete auf eine Eingebung, die ihm den richtigen Weg weisen sollte. Aber die Eingebung kam nicht. So saßen sie wortlos herum und warteten auf die nächste Nacht.

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