Leon Lorka

Entdecke das Geheimnis seiner Vergangenheit und vieles mehr ...

Kapitel 25

Es begann zu regnen und die schweren Tropfen löschten die Feuer, bis nur noch müder Rauch in dicken Schwaden gen Himmel zog, um der Welt von der unglaublichen Rettung der Stadt Sanaka zu berichten. Bölie legte geschickt neben Haitos Plattform an und ließ seinen Freund an Land.

Lorka sprang auf Leon zu und Bölie fauchte kurz auf. „Hey, das ist Lorka, mein Freund“, beruhigte er Bölie, der tut mir nichts. Keine Angst!“ Bölie entspannte sich, er war immer noch in Kampfstimmung und hätte sich mit jedem sofort angelegt, der seinem Freund etwas zuleide tun wollte. Aber nach einem kurzen Beschnuppern, verstanden sich die beiden. Schließlich waren sie Leons Freunde und damit zwangsläufig miteinander verbunden.

Aus der Tiefe des Meeres tauchte Bölies Mutter auf und berührte mit ihrem Kopf den Kopf ihres Sohnes, der ihr vor seiner Geburt genommen worden war. Trotzdem hatte sie ihn sofort erkannt. Ihre Muttergefühle waren nie verloren gegangen, das hatte auch Bölie gewusst, als er nach mehr als einem Jahr zu seiner Familie zurückkehrte, um sie um Hilfe für seinen Freund zu bitten. Aber Leon war schließlich mehr als ein Freund für ihn, er war eigentlich seine zweite Mutter.

Leon entging es nicht, wie Bölie immer wieder den Blick seiner Mutter suchte, im nächsten Moment aber wieder ihn ansah. Er war hin und her gerissen, zu wem er denn nun eigentlich gehörte. „Du solltest mit ihr gehen, wir sehen uns bestimmt wieder oder ich komme dich eines Tages besuchen“, versuchte Leon seinem Freund zu raten.

Bölie war erleichtert. Er hätte diese Entscheidung nicht alleine fällen können. Dafür war er wirklich noch zu jung.

Tief schnaubend und mit endlosen Schauerwellen, die seinen riesigen Körper in eine vibrierende Schwingung versetzten, ließ sich Bölie unter Wasser gleiten, schaute noch einmal aus der Tiefe sehnsüchtig mit seinen grünen Augen auf Leon und verschwand. Nur noch seine hellblaue Farbe war als schwacher Schimmer zu erkennen als er neben seiner Mutter davon schwamm.

Kurz vor der Pforte drehte sich Bölie noch einmal um, ließ ein langes, sehnsüchtiges Brummen erschallen und verschwand.

 

Die siegreichen Rabis hatten das Schlachtfeld längst verlassen und warteten hinter dem Nebelvorhang auf ihre letzten Familienmitglieder, um die Reise in die Heimat wieder anzutreten. Sie sehnten sich nach ihrem Vulkan, in dem die Welt noch in Ordnung war. Ihre Mission war beendet und als Bölie und seine Mutter aus dem Nebel auftauchten, nahmen sie Kurs nach Westen.

In einer langen Reihe zogen sie gemächlich durch das weite Meer, während die Sonne allmählich die Nacht verdrängte und den Horizont so herrlich einfärbte als legte sie es heute darauf an, ein besonders beeindruckendes Meisterwerk zu malen. Es war ein Bild ganz in Rot. Die Farbe der Liebe und des Blutes.

Seite 1 / 5 (1 - 1 von 5 Insgesamt) Nächste Seite Letzte Seite

Wer ist angemeldet

Aktuell sind 1 Gast und 0 registrierte Benutzer online.

Noch nicht registriert oder angemeldet. Hier Anmelden.